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LG Mannheim bestätigt Indizwirkung der genehmigten Erlösobergrenze

Startseite » Allgemein » LG Mannheim bestätigt Indizwirkung der genehmigten Erlösobergrenze

12. August 2015

  • Marc-Stefan Göge

LG Mannheim bestätigt Indizwirkung der genehmigten Erlösobergrenze

Die Parteien stritten vor dem Landgericht Mannheim (8 O 159/14) über die Zahlungsverpflichtungen des Netznutzers aus einem Netznutzungsvertrag. Der Netzkunde bezweifelte dabei unter anderem die Billigkeit der vom Netzbetreiber verlangten Entgelte. Der Netzbetreiber verteidigte sich mit dem Argument, dass er seine Netzentgelte auf Grundlage der ihm nach der ARegV genehmigten Erlösobergrenze gebildet habe und deswegen eine Indizwirkung für die Billigkeit der Netzentgelte streite.

Im Ergebnis ist das Landgericht Mannheim dieser Argumentation mit Urteil vom 06.08.2015 gefolgt, so dass der gegnerische Unbilligkeitseinwand ins Leere ging. Aufgrund der von der Bundesnetzagentur festgesetzten Erlösobergrenze gemäß ARegV sei nämlich von der Billigkeit des Netzentgelts im Sinne des § 315 BGB auszugehen. Insoweit gelten nach der Rechtsprechung des Landgerichts für die anreizregulierten Netzentgelte keine anderen Grundsätze als die, die der BGH in seiner Entscheidung Stromnetznutzungsentgelt V vom 15.05.2012 (EnZR 105/10) für die kostenbasiert genehmigten Netzentgelte gemäß § 23a EnWG festgelegt hatte. Die Gegenseite hätte die Indizwirkung der zugunsten des Netzbetreibers festgesetzten Erlösobergrenze erschüttern müssen. Dies sei vorliegend nicht gelungen mit der weiteren Folge, dass der Klage stattzugeben war.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

  • Marc-Stefan Göge
  • § 315, ARegV, Beweislast, BGH, Billigkeit, Bundesnetzagentur, EnWG, Kartellrecht, Netzentgelte, Örtliche Verteilernetzbetreiber, Regulierung
  • Allgemein, Energieliefer- und Netznutzungsverträge, Kartellrecht, Netznutzung, Regulierungsrecht
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